Fachkräftemangel! Wie finden Bayerns Betriebe neue Leute?

Wir haben die Wirtschaft mit Zukunft im Blick. Am 14.03.2022 hat Eva Lettenbauer in der Online-Veranstaltung „Fachkräftemangel! Wie finden Bayerns Betriebe neue Leute?“ mit drei Vertreter*innen aus verschiedenen Branchen gesprochen. Mit dabei waren Christine Gramshammer, Leiterin Recruiting Schüler und Fachkräfte Region Süd der Deutschen Bahn, Jürgen Flemisch, Geschäftsführer des Sicherheitsunternehmens KALKA Dienstleistungs GmbH und Thomas Polz gemeinsam mit Kristina Polz-Mehn von der Bäckerei Polz aus Herbertshausen. Gemeinsam sprachen sie über die Herausforderungen, vor denen die verschiedenen Unternehmen beim Thema Fachkräfte stehen, aber auch über die kreativen Maßnahmen, die bereits getroffen werden, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und beleuchteten die politischen Maßnahmen, die aus ihrer Sicht getroffen werden sollten bzw. bereits von der neuen Bundesregierung geplant werden.

Die Familie Polz aus Herbertshausen kennt das Thema Fachkräftemangel nur zu gut und kämpft mit dem Ruf, als Bäcker*in immer früh aufstehen zu müssen. „Das macht den Beruf natürlich schon unattraktiv. Ich finde, das Handwerk muss generell attraktiver gemacht werden“, so Kristina Polz-Mehn. Seit 2015 setzt sich die Familie Polz dafür ein, Menschen, die auf ihrer Flucht nach Deutschland kommen, einen Arbeitsplatz zu bieten und hat dabei schon einige herausfordernde Erfahrungen sammeln müssen. „Mir ist ganz wichtig, dass die Menschen, die bei uns zu arbeiten anfangen, auch bleiben dürfen und nicht abgeschoben werden. Ich fordere ein Bleiberecht durch Arbeit“, so Thomas Polz.

Jürgen Flemisch aus Günzburg steht mit seinem Familienunternehmen KALKA vor ähnlichen Herausforderungen, insbesondere die Sprache sei sowohl im Reinigungs- als auch dem Sicherheitsgewerbe oft eine Herausforderung. Seine Firma KALKA profitiere jedoch vom guten Ruf, den sie als Familienunternehmen hat. „Wir stellen den Menschen in den Vordergrund, sei es der Kunde oder die Mitarbeiterin. Bei uns steht der Mensch an erster Stelle.“ Er wünscht sich, dass gerade im Reinigungsgewerbe das Potential dieses spannenden Berufsfeldes endlich von potentiellen Bewerber*innen und ihren Eltern erkannt wird.

Die Sicht des Großkonzerns, bei dem auch jede Einstellung eine Herausforderung bleibt, wurde von Christine Gramshammer von der Deutschen Bahn eingebracht. Sie fordert eine Unterstützung der Sprache in jeder Phase des Ankommens, da insbesondere die Fachsprache der Bahn ein großes Problem für viele Bewerber*innen darstellt. Sie beschreibt das Engagement der DB als Großkonzern, um insbesondere junge Menschen für einen Berufseinstieg zu gewinnen: „Mit unserem Chance Plus-Programm setzen wir auf Einstiegsqualifizierung und bieten eine intensive Vorbereitung auf eine Ausbildung oder den direkten Jobeinstieg bei uns.

Eva Lettenbauer begrüßte die geplanten Maßnahmen der neuen Bundesregierung, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. „Wir setzen stark auf die berufliche Weiterbildung. Wir führen ein Lebenschancen-BAföG und ein Weiterbildungsgeld ein, damit Menschen sich auch mitten im Leben leichter fortbilden und weiterentwickeln können. Vielerorts sind auch Geflüchtete längst und ganz selbstverständlich feste Team-Mitglieder, sie haben unsere Sprache gelernt und Ausbildungen begonnen. Wir ermöglichen endlich den Spurwechsel von der Asylverfahren zur Einwanderung: Sicherheit für sie und ihre Arbeitgeber*innen, anstatt vom Arbeitsplatz weg abzuschieben.

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