Wie klappt’s mit den e-Autos auf dem Land?

In einem Online-Talk am 29.03.22 hat Eva Lettenbauer mit Florian Hördegen, dem stellvertretenden Leiter für Verkehr/ Technik/ Umwelt beim ADAC Südbayern über das Thema e-Mobilität gesprochen. Unter dem Titel „Wie klappt’s mit den e-Autos auf dem Land?“ haben Eva Lettenbauer und Florian Hördegen in ihrem Gespräch insbesondere das Augenmerk auf die ländlichen Regionen in Bayern gelegt und sind der Frage nachgegangen, ob sich ein e-Auto auf dem Land lohnt. Neben den großen Themen Wallbox (Wandladestation) am Eigenheim oder Wohnhaus, Infrastruktur der öffentlichen Ladesäulen sowie Sicherheit und Ökobilanz von Batterien wurden auch die Bedenken und Zweifel besprochen, die viele Menschen noch gegenüber der e-Mobilität hegen und wichtige Praxistipps gegeben.

Florian Hördegen gab den Zuschauer*innen einen Einblick, wie das Thema e-Mobilität den ADAC beschäftigt. Die Unfallforschung ergab, dass es im Moment keine Anzeichen für eine erhöhte Brandwahrscheinlichkeit von E-Autos gibt. Der ADAC setzt sich für einheitlichere Tankkarten und eine deutlich ausgebaute öffentliche Ladesäulen-Infrastruktur ein. Florian Hördegen sprach sich als überzeugter e-Auto Fahrer für die e-Mobilität aus. Menschen, die sehr häufig Langstrecken fahren, rät er aber je nach Einstellung durchaus auch von E-Autos ab und berichtete von eigenen Erfahrungen „wenn man mit dem letzten Rest an Strom an die Ladesäule gerollt kommt mit quengelnden Kindern auf der Rückbank, da gehört schon viel persönliche Grundüberzeugung dazu und auch die Bereitschaft, nach spätestens 300 km mal eine Pause einzulegen.“ Außerdem wies er darauf hin, dass nicht nur bei der Herstellung von E-Autos Verbesserungsbedarf bei den Arbeitsbedingungen im Rohstoffabbau und beim Umweltschutz besteht, sondern auch bei der Herstellung anderer Fahrzeuge und Rohstoffgewinnungen, wie der Ölförderung.

Eva Lettenbauer berichtete von ihren eigenen Erfahrungen beim Fahren mit dem e-Auto in ihrer Heimat im ländlich geprägten Donau-Ries und bekräftigte den politischen Willen, die e-Mobilität zur Zukunft des Individualverkehrs zu machen: „Auf dem Land braucht man in Bayern im Moment einfach noch ein Auto – aber ein Verbrenner muss es nicht mehr sein. E-Autos sind schon richtig gut und reichen völlig aus für den Alltag. Die neue Bundesregierung, der wir Grüne angehören, hat den Aufholbedarf erkannt und will bis 2030 eine Million Ladesäulen in Deutschland errichten. Das ist ein wichtiger Schritt. Die Bezahlsysteme fürs Laden an öffentlichen Ladesäulen sind zum Teil noch kompliziert, wir GRÜNE arbeiten an einer Vereinheitlichung. Es ist wichtig, dass man bald auch mit Girokarte zahlen kann, nicht nur mit besonderen Tankkarten oder Apps. Die Kosten für das Laden von E-Autos sind besonders beim Laden an einer Wallbox am Wohn- oder Mietshaus wesentlich günstiger als die Tankkosten für Autos mit fossilen Verbrennungsmotoren. Richtig günstig wirds mit Strom aus einer Solaranlage im Mieterstrommodell oder der eigenen Solaranlage. An den Batterien wird fleißig weiter geforscht. Schon bald kommen E-Autos ohne Kobalt aus und Batterien können immer besser recycelt werden.
Seit dem neuen Koalitionsvertrag steht auch fest: Spätestens 2035 werden in Deutschland keine Autos mit fossilem Verbrennungsmotor mehr zugelassen. Das gibt Bayerns Automobilbranche endlich die dringend nötige Planungssicherheit, damit sie ihre Investitionen voll auf die klimafreundliche Zukunft ausrichten kann.
Wir Grüne wollen außerdem Bus und Bahn so ausbauen, dass sie echt attraktiv werden. So können alle Menschen auch ohne Auto mobil sein.“

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