Gedanken zum Weltfrauentag 2022: Feministischer Kampftag 

Inzwischen nutzen viele den Namen “Frauenkampftag” oder „Feministischer Kampftag“ anstelle des „Weltfrauentags“. Dahinter steckt eine sehr nachvollziehbare Logik: Noch immer haben wir keine Gleichberechtigung der Geschlechter in Deutschland. Noch immer verdienen Frauen weniger, noch immer gibt es deutlich mehr Männer in Vorständen und Chef-Positionen, noch immer übernehmen Frauen den Hauptteil der unbezahlten Sorge-Arbeit, noch immer werden die Jobs, in denen besonders viele Frauen arbeiten, unterbezahlt. Deswegen müssen wir nach wie vor weiter für Gleichberechtigung in Deutschland und Bayern kämpfen. Und das auf vielen verschiedenen Ebenen.   

 

Im Vergleich zu anderen Bundesländern gehört die bayerische „Gender Pay Gab“, die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, zu den größten. Was bedeutet, dass Frauen in Bayern überdurchschnittlich von Altersarmut betroffen sind, es mehr Frauen gibt, die in Teilzeit arbeiten und auch mehr Frauen, die in prekären Beschäftigungsverhältnissen stecken, als in anderen Bundesländern. Eine aktuelle Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zeigt auf, dass mehr weibliche Beschäftigte ihre Arbeitszeit reduzieren, als zu den meisten Zeitpunkten der Pandemie. Und das obwohl Schulen und Kitas offen sind. 19% der Frauen mit betreuungsbedürftigen Kindern haben im Januar 2022 angegeben, ihre Arbeitszeit wegen der Kinderbetreuung verringert zu haben. Zum Vergleich: der Anteil der Väter, die zur Kinderbetreuung ihre Arbeitszeit reduziert haben lag im Januar bei nicht mal 6%. Ich will dieses Ungleichgewicht – sei es bei der Bezahlung oder bei der Care-Arbeit – in Bayern endlich verändern. Deshalb setze ich mich im Bayerischen Landtag mit einem neuen Antrag dafür ein, dass Frauen und Mütter selbstbestimmt wählen können. Den kompletten Antrag mitsamt Maßnahmenpaket, wie Frauen und Mütter unterstützt werden können, findet ihr in Kürze hier  auf meiner Homepage.   

 

Auch setze ich mich dafür ein, dass Frauen endlich die Hälfte der Macht in Bayern bekommen. Zum Beispiel in politischen Ämtern! Im Bayerischen Landtag liegt die Frauenquote gerademal bei 26,8%. Das bedeutet, dass von 205 Abgeordneten nur 55 weiblich sind. Das repräsentiert nicht die Bevölkerung in Bayern, deshalb planen meine Partei und ich ein Paritätsgesetz. Auch wollen wir familienfreundliche Arbeitsbedingungen in der Politik schaffen, weiblichen Parteinachwuchs gezielt fördern und die Vereinbarkeit von Familie und kommunalem Ehrenamt stärken. 

 

Am diesjährigen Weltfrauentag am 7.März 2022 lud ich deshalb alle Bürger*innen zum Gespräch über die aktuelle Situation von Frauen ein. Dazu war ich in meinen Betreuungslandkreisen Donau-Ries und Dillingen unterwegs, um in diesem Jahr besonders auch über die Situation der Frauen in der Ukraine zu sprechen. Zum Beispiel über Hilfsmöglichkeiten für die Frauen, die in der Ukraine ihr Land als Kämpferinnen verteidigen, in ihren Kellern leiden oder auf Suche nach Schutz in andere Länder fliehen, zu sprechen. Aber ebenso über die Situation von Frauen hier bei uns. Studien belegen, dass die Corona-Krise Ungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern verschärft hat, denn vor allem Frauen arbeiten in systemrelevanten und zugleich unterbezahlten Berufen oder reduzierten Arbeitszeit.  

Lasst uns gemeinsam weiter dafür einstehen, dass Frauen die Hälfte der Macht bekommen und dass echte Gleichberechtigung endlich Realität wird!  

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