Antrag: Frauengesundheit berücksichtigen und verbessern

Die Berücksichtigung von geschlechterspezifischen und gendersensiblen Besonderheiten in der Medizin sowie die geschlechterspezifische und gendersensible Medizin ist gegenwärtig noch immer eine Randerscheinung im deutschen Gesundheitswesen. Um die Versorgungsqualität und Versorgungseffizienz von Frauen und Männern zu verbessern, ist es dringlich geboten, biologische und sozial-kulturelle Unterschiede in der Medizin ausreichend zu berücksichtigen. In einem Antrag fordert Eva Lettenbaur das Erstellen eines bayerischen Gesundheitsberichts unter spezieller Berücksichtigung von Frauen- und Männergesundheit durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wäre ein wichtiger Schritt zur datengestützten Darstellung geschlechterspezifischer Faktoren in der derzeitigen Gesundheitsversorgung.

Bisher stützen sich die Forschung und Lehre hauptsächlich auf die männliche Physiologie und Pathologie. Es muss sich daher nicht nur bei Medikamentenzulassung einiges ändern, sondern auch die geschlechtersensible/geschlechterspezifische Medizin und Gesundheitsversorgung sollte an den bayerischen Universitäten gestärkt werden, Ausbildungsrahmenpläne, Aus- und Fortbildung und medizinische Leitlinien sollten unter die Lupe genommen werden und alle Akteure im Gesundheitsbereich für dieses Thema entsprechend sensibilisiert werden. Das Ziel sollte eine systematische Verankerung geschlechterspezifischer Unterschiede in der medizinischen Ausbildung und Forschung sein. Die gendersensiblen und geschlechterspezifischen Standards sollen auch in Bereichen wie Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation eine wichtige Rolle spielen.

 

In einem weiteren Antrag fordert Eva Lettenbauer eine systematische Verankerung geschlechterspezifischer Unterschiede in der medizinischen Forschung. Die gendersensiblen und geschlechterspezifischen Standards sollen auch in Bereichen wie Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation eine wichtige Rolle spielen.

Gezielte Forschung in diesem Bereich zu fördern, ist daher vonnöten und wurde bislang vernachlässigt. Dazu soll eine geeignete Medizinfakultät an einer bayerischen Hochschule einen entsprechenden Lehrstuhl erhalten. Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Ulrike Scharf hat sich vor kurzem dafür ausgesprochen, sich dem Thema „Gendersensible Medizin“ zu widmen. Diesem Versprechen muss die ehemalige Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz Ulrike Scharf mit einer konkreten Maßnahme wie der Einrichtung eines entsprechenden Lehrstuhls nachkommen. Dies würde auch einer konkreten Forderung des Landesfrauenrats nachkommen, die im Rahmen eines Forderungskatalogs für die Berücksichtigung von geschlechterspezifischen und gendersensiblen Besonderheiten in der Medizin an die Politik einige Vorschläge erarbeitet hat.

 

 

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