Impfen – unser Weg aus der Pandemie

Es gibt die Impfpflicht in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Sie immunisiert Pflegende und schützt die Menschen, die gepflegt werden, oder zum Beispiel im Krankenhaus behandelt werden.

Menschen dürfen durch ihr Handeln die Rechte anderer nicht verletzen. (Art. 2 GG) Das gilt nicht nur für Menschen, die in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen arbeiten – alle Menschen sind gefragt sich zu impfen.

Pandemiebekämpfer: Wirksame Impfstoffe

Alle zugelassenen Covid-Impfstoffe beugen wirksam schwere Krankheitsverläufe vor. Es ist unser oberstes Ziel eine erneute Zuspitzung der Pandemiesituation zu verhindern und jedem Menschen eine ärztliche Behandlung zu gewährleisten. Ich bin sehr froh, dass es Forscher*innen so schnell gelungen ist, mehrere wirksame, sichere Impfstoffe zu entwickeln, die uns Menschen schützen: Das ist ein Durchbruch, der uns Sicherheit und Freiheit ermöglicht, wenn wir diese Impfstoffe nutzen. Ich rufe dazu auf, das Impfangebot schnellstmöglich zu nutzen, um sich und andere zu schützen. Die Impfstoffe haben die umfassenden Zulassungsverfahren in der EU und in Deutschland erfolgreich durchlaufen. Nur mit sehr hohem Impfschutz können wir die Pandemie endgültig besiegen.

Die Infektionszahlen sind weiterhin extrem hoch, die Pandemie ist nicht beendet. Wir können in einer Phase der Entspannung weniger strenge Regeln zulassen, ohne das Gesundheitssystem zu überlasten. Besonders mit Blick auf weitere Wellen müssen aber bereits jetzt Maßnahmen getroffen werden, um für kommende Wellen gerüstet zu sein, wie beispielsweise ein Abwasser-Monitoring in Bayern vorzubereiten und in Gesundheitsämtern endlich mehr Personal einzustellen. Impfen, Testen, die AHA+L Regelungen und besonders das Tragen von Masken haben bisher bei der Eindämmung des Virus gute Wirkungen gezeigt und sind deshalb weiterhin Teil der Lösung.

Auf lange Sicht ist eine Impfpflicht die mildeste Lösung. Wir müssen die gesundheitliche Versorgung für alle Menschen gewährleisten können. Dadurch dass nicht geimpfte Menschen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit haben einen schweren Covid-Verlauf zu haben und infolgedessen öfter auf die Intensivstation müssen, belastet eine hohe Anzahl Nicht-Geimpfter die Gesundheitsinfrastruktur deutlich stärker. Auch für nicht geimpfte Personen selbst wären viele schwere Verläufe vermeidbar. Es gab bereits im Herbst zeitweise keine Plätze mehr in den Krankenhäusern und Menschen mussten verlegt werden. Auch jetzt melden sich Krankenhäuser von der Notfallversorgung ab. Operationen werden noch immer in einigen Regionen zurückgestellt, um Platz für Covid-Patient*innen zu haben. Dadurch dass die Impfung schwere Verläufe vorbeugt, verhindert sie auch Langzeitfolgen der Infektion, die die Erkrankten wie auch das Pflegepersonal ebenfalls belasten. In einer immunisierten Bevölkerung sind ganz besonders auch diejenigen geschützt, die sich nicht impfen lassen können, wie sehr junge Kinder. Schließlich geht es darum, die Pandemie und ihre Auswirkungen endgültig zu besiegen. Eine Impfung ist deutlich milder als zahlreiche weitere Lockdowns und ihre Folgen. Ich will der gesamten Gesellschaft, und besonders Kindern und Jugendlichen vor den Erwachsenen, ein soziales Leben ermöglichen.

Das Robert Koch-Institut hatte im vergangenen Jahr kalkuliert, dass der Pandemieverlauf wahrscheinlich gut zu beherrschen wäre, wenn es 90 Prozent Geimpfte unter den Über-60-Jährigen gäbe und 85 bis 95 Prozent Geimpfte unter den 12- bis 59-Jährigen. Auch der der deutsche Ethikrat hat derzeit keine Einwände gegen eine allgemeine Impfpflicht, wenn die positiven Effekte überwiegen. Die Impfpflicht sei gerechtfertigt, „wenn sie gravierende negative Folgen möglicher künftiger Pandemiewellen wie eine hohe Sterblichkeit, langfristige gesundheitliche Beeinträchtigungen signifikanter Teile der Bevölkerung oder einen drohenden Kollaps des Gesundheitssystems abzuschwächen oder zu verhindern vermag“, teilte der Ethikrat in seiner Stellungnahme zur Ausweitung der Impfpflicht am 22. Dezember 2021 mit.

Achtung Fake

Aktuell kursieren viele „Studien“ die einen angebliche Übersterblichkeit, hohe Impfnebenwirkungen oder Impftote „beweisen“ sollen. Diese „Studien“ sehen oft sehr seriös aus, sind es aber meist nicht.

Correctiv hat hier z.B. einen Bericht des IPC in Israel widerlegt und der BR hat einen Faktencheck zu einer Statistik, die vermeintlich eine höhere Sterblichkeit durch die Impfung in Deutschland von Mai bis Juli 2021 zeigte – zu der These kursierte wohl auch ein Video, über das die Tagesschau hier aufklärt.

Auch der BR führt unter dem Link einen Faktencheck zu dem Schreiben „Forderung nach wissenschaftlicher und öffentlicher Aufklärung von Sterblichkeit und Erkrankungen nach Covid-19 Impfungen“ durch. In allen Fällen wurden Statistiken herausgepickt, die zu der These passten. Außerdem werden sämtliche anderen Faktoren außer Acht gelassen, wie z.B. andere Coronamaßnahmen. Auch die vielen Daten und Studien zur Sicherheit und Wirkung der Impfstoffe werden natürlich nicht erwähnt. Grundsätzlich wurden bei 123 Millionen verabreichten Impfdosen lediglich in 0,16% der Fälle Nebenwirkungen gemeldet und davon handelt es sich nur um 0,02% schwerwiegende Nebenwirkungen (RKI).

Attraktiver Arbeitsplatz: Gesundheits- und Pflegeberufe

In der Pandemie zeigt sich, dass die Regierungen jahrelang falsch lagen damit, unser Gesundheitssystem auf Sparkurs zu halten. Wir brauchen ein gut finanziertes Gesundheitssystem, das auch in ländlichen Regionen die Menschen umfassend versorgt und Daseinsvorsorge abdeckt. Um mehr Menschen für Pflegeberufe zu gewinnen, setzen wir GRÜNE und ich uns seit Jahren für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege ein. Besonders wichtig ist ein niedrigerer Betreuungsschlüssel, um die Pflegenden durch die Zusammenarbeit mit mehr Kolleg*innen zu entlasten. Eine bessere Bezahlung, eine Ausweitung der Kompetenzbereiche und gezieltere Anwerbung von Nachwuchspflegekräften sind nötig. Unser Konzept für Bayern können Sie hier einsehen. Viele wichtige Schritte für ein widerstandsfähiges Gesundheitssystem könnten wir auch im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, der wir angehören, verankern: S. 80 – 88.

Pandemievorbeuger: Klima- und Naturschutz

Dass alle Menschen in den letzten zwei Jahren nicht so unbeschwert leben konnten wie Generationen vor ihnen, bedaure ich zutiefst. Artensterben, Naturzerstörung und Klimakrise tragen massiv dazu bei, dass Krankheiten wie das Corona-Virus vom Tier auf den Menschen überspringen. Aus diesem Grund setzen GRÜNE uns dafür ein, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten, die Umwelt zu schützen und die Klimakrise einzudämmen. Dadurch vermindern wir die Wahrscheinlichkeiten weiterer Pandemien.

 

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