Forderungen der Streikenden jetzt ernst nehmen – Zukunftsarbeitsplätze aufwerten!

Verdi streikt

Der öffentliche Nahverkehr wird wieder bestreikt – in München, Nürnberg, Augsburg, Fürth, Coburg, Bamberg, Aschaffenburg, Ingolstadt, Passau und Schweinfurt. Dabei will Verdi in Bayern in erster Linie eine Entlastung der rund 6300 Fahrer*innen erreichen. Durch den Mangel an Fahrer*innen entstehen bei vielen Angestellten riesige Belastungen und unzumutbar lange Einsatzzeiten. Jetzt auf die Forderungen der Streikenden einzugehen ist wichtig. Denn sie haben gute Arbeitsbedingungen verdient und die Bevölkerung verdient einen funktionierenden Nahverkehr.

 

Angestellte im Öffentlichen Dienst streikten

Beschäftigte im öffentlichen Dienst verhandelten mit dem Bundesinnenministerium und den Arbeitgeber*innen von Bund und Kommunen. Seit letzter Woche ist der Tarifkonflikt beigelegt. Nun erhalten die Beschäftigten bis 2022 in zwei Stufen mindestens 3,2 Prozent mehr Geld, sowie eine Corona-Prämie, die besonders den niedrigeren Einkommensstufen zugutekommt. Darüber hinaus sind Extra-Zuschläge für Pflegekräfte geplant.

Wir brauchen weiterhin dringend einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für die Pflege. Nur mit guter Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen können wir den Personalmangel beenden. Denn Pflegekräfte vollbringen Tag für Tag – mit der Bereitstellung und Aufrechterhaltung der gesundheitlichen Versorgung – eine der wichtigsten Aufgaben in unserer Gesellschaft. Diese Arbeit braucht einen fairen Lohn und gute Arbeitsbedingungen – nur das ist die verdiente Anerkennung für diese wichtigen Berufe.

 

IG Metall streikte

Unter dem Motto “Fairwandel statt Zukunftsangst” fanden zuletzt zahlreiche Proteste der IG-Metall statt. Insgesamt demonstrierten über 17.000 Beschäftigte bei 75 Aktionen in 150 Betrieben für sichere Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven. Die Aktionen fanden auf Grund der Corona-Pandemie mit fester Teilnehmerzahl statt – deutlich mehr Beschäftigte wären zur Teilnahme bereit gewesen. Beispielsweise bei Bosch in Bamberg protestieren 300 Angestellte mit einem Demozug über das Werksgelände und einer Kundgebung am Werkstor für eine ökologische Perspektive auf Basis von Wasserstoff und der damit verbundenen Brenstoffzellentechnologie. IG-Metall-Chef Horn stellte den dringenden Bedarf an Investitionen in Zukunftstechnologien in den Vordergrund. Es gehe darum, den Industriestandort Bayern ökologisch und sozial weiterzuentwickeln. Danke für die klare Haltung!

Es darf nicht dazu kommen, dass die Arbeitnehmer*innen mit Stellenabbau und Entlassungen für eine Politik und ein Management bezahlen müssen, das die notwendige sozial-ökologische Transformation jahrzehntelang ignoriert hat. Wir Grüne stehen für einen gerechten und solidarischen Umgang mit der Krise und einen sozial-ökologischen Weg aus der Krise. Wir müssen jetzt Chance für zukunftsfähiges, krisensicheres und nachhaltiges Wirtschaften nutzen. Arbeitsplätze in Bayern erhalten wir, wenn wir jetzt die Weichen für die Zukunft stellen und klimaschützende Technologien und sozial-ökologische Unternehmensentwicklung unterstützen und weiter vorantreiben.

 

 

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