Familie, Beruf und Engagement vereinen!

Am Montag, den 18.11.2019 hatte Eva Lettenbauer ab 19:00 Uhr zu einer Gesprächs- und Diskussionsrunde ins Dillinger Chili eingeladen. Der Abend aus der Themenreihe „Lass uns reden…“ stand ganz unter dem Motto „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

Eva Lettenbauer stellte Grüne Ideen für eine gelungene Familienpolitik und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeits- und Privatleben vor. So könnte etwa gleiche Bezahlung von Frauen und Männern mit einem echten Entgelttransparenzgesetz erreicht werden, welches alle Betriebe mit über 20 Mitarbeitenden in die Pflicht nimmt. Bisher werden nämlich nur knapp die Hälfte der Frauen davon erfasst, weil die Regelung nur für Betriebe über 200 Mitarbeitende gilt. Eva Lettenbauer stellte allerdings klar:

„Wir fordern gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, und zwar in jedem Job!“

 

Als weitere Option für mehr Familienfreundlichkeit gilt die das Grüne Konzept der flexiblen Vollzeit. Zwar hat die GroKo mit der Brückenteilzeit ein Modell geschaffen, das im Prinzip die Rückkehr in eine Vollzeitstelle festschreibt. Allerdings hat die Union es geschafft, Ausnahmen in die Regelung hinein zu verhandeln, sodass für viele Menschen diese Regelung nicht gelten wird. Auch wir Grünen fordern ein Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit. Unser Konzept geht allerdings darüber hinaus und entspricht der Lebensrealität vieler Bürgerinnen und Bürger. Mit der flexiblen Vollzeit schlagen wir eine wählbare Wochenarbeitszeit zwischen 30 und 40 Stunden vor. Damit schafft man flexible Bedingungen für Familienmitglieder, die etwa in der Kinderbetreuung oder der Pflege eingebunden sind.

Für die gemeinsame Diskussion hatte Eva Lettenbauer zwei Gäste eingeladen.

Natalie Essig berichtete von ihrer ganz persönlichen Situation als Leiterin des Finanzwesens bei den Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH in Teilzeit und machte deutlich, dass sowohl die Bereitschaft ihres Arbeitgebers als auch die Flexibilität der Kolleginnen und Kollegen ein wichtiger Baustein für Ihre Elternzeit sowie den folgenden Wiedereinstieg in Teilzeit waren. Letzten Endes profitierten alle Mitarbeiter*innen von der Umstellung im Team, da eine neue Stelle entstand, durch die jetzt alle entlastet werden.

Hans Nedolas, Leiter der Kinder-Tagesstätten Arche von Regens-Wagner, war an diesem Abend ebenfalls zu Gast und konnte Einblick in das Kooperationsmodell der Kreiskliniken mit der Arche geben. Seit 2013 stellen die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen ihren Angestellten ein bestimmtes Kontingent an Betreuungsplätzen in Krippe, Kindergarten und Hort der Arche zur Verfügung. Diese bietet besonders flexible Betreuungszeiten zwischen 06:00 und 22:00 Uhr an und könnte im Bedarfsfall sogar Betreuungsengpässe an Wochenenden abfangen. Damit gewährleisten die Kliniken, dass alle Mitarbeiter*innen, sowohl in der Pflege als auch in der Verwaltung, auf eine umfassende Betreuung Ihrer Kinder zurückgreifen können.

Die bessere Förderung von längeren Öffnungszeiten der Kitas durch den Freistaat ist auch ein wichtiger Punkt, zu dem die Grüne Landtagsfraktion erst im Frühjahr 2019 einen Antrag in den Landtag eingebracht hatte. Unter anderem für Eltern im Schichtdienst – wie etwa in den bayerischen Krankenhäusern – sind flexible Öffnungszeiten ein wichtiges Element, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Leider wurde unser Antrag aber von der Regierungskoalition abgelehnt. Mit zahlreichen weiteren Initiativen setzen wir uns für mehr Qualität, wie etwa höhere Personalschlüssel, für die bayerischen Kinder in den Betreuungseinrichtungen ein.

Im Öffentlichen Dienst könnte der Freistaat zudem mit gutem Beispiel vorangehen, und jungen Eltern oder pflegenden Kindern bessere Möglichkeiten bereitstellen. So kann etwa die Teilzeitausbildung in der öffentlichen Verwaltung oder aber das Teilzeit-Referendariat für angehende Lehrerinnen und Lehrer ermöglicht werden. Damit würde auf die individuelle Lebenssituation junger Auszubildender besser eingegangen und jungen Eltern und pflegenden Angehörigen auch tatsächlich geholfen.

Insgesamt ist für Eva Lettenbauer aber klar:

„Der Weg ist noch lang. Wir brauchen noch wesentliche Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, denn davon sind sowohl die junge Mutter als auch der pflegende Sohn betroffen. Deshalb brauchen wir mehr Platz und Personal in den Kitas, flexiblere Arbeitszeit- und Ausbildungsmodelle und endlich Regelungen, von denen nicht die Hälfte der Beschäftigten ausgeschlossen ist, nur weil sie in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen arbeitet.“

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