Die Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer kritisiert das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG). Mit dem Gesetz fällt die bisherige Regel weg, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Damit würden wieder mehr die Kostenfallen Gas- und Ölheizung in Betracht gezogen.
Gerade für viele Menschen im Landkreis Donau-Ries hält Lettenbauer das für ein falsches Signal. „Viele Familien hier bei uns überlegen gerade, wie sie ihr Haus modernisieren oder ihre alte Heizung ersetzen. Sie brauchen klare Orientierung und langfristige Sicherheit“, sagt Lettenbauer. Auch für Mieterinnen und Mieter ist das neue Gesetz ein großes Problem. Wenn es weniger Anreize für Vermieter gibt, teure fossile Heizungen auszutauschen, zahlen die Mieter den Preis und sind steigenden Heizkosten ausgeliefert.
Besonders kritisch sieht die Abgeordnete die stärkere Abhängigkeit von fossilen Energien und damit vom Weltmarkt. „Die Preise für Gas und Öl werden nicht in Donauwörth oder Nördlingen gemacht, sondern an internationalen Märkten. Wenn es dort Krisen gibt, zahlen am Ende die Menschen bei uns die Rechnung.“
Sie weist auf viele Möglichkeiten hin, um weniger Angst vor Preissprüngen haben zu müssen: Heizen mit Strom vom eigenen Dach und Wärmpepumpe, mit Nahwärme aus der Biogasanlage, mit Nahwärme aus der Großwärmepumpe betrieben mit Sonnen- oder Windstrom, mit Nahwärme aus Flusswärme, mit Fernwärme aus industrieller Abwärme oder mit Holz aus heimischen Wäldern und Solarthermie. Großwärmepumpen wie in Mertingen zeigen, was möglich ist, vielen aber noch nicht bekannt.
Der aktuelle Krieg im Iran zeige das deutlich: Die Gaspreise sind bereits deutlich gestiegen, auch die Ölpreise ziehen an. „Konflikte irgendwo auf der Welt landen am Ende direkt auf der Heizkostenabrechnung der Menschen im Donau-Ries“, so Lettenbauer.
Viele Haushalte in der Region heizen noch mit Gas oder Öl. Wenn jetzt wieder verstärkt in solche Heizungen investiert werde, könne das langfristig teuer werden. Wer heute eine neue Gasheizung einbaut, bindet sich für 20 Jahre an einen Preis, den niemand vorhersagen kann.
Lettenbauer setzt deshalb auf mehr Unterstützung für erneuerbare Wärme koordiniert durch ein neu zu gründendes Regionalwerk im Donau-Ries. Wärmepumpen und Nahwärmenetze könnten langfristig für stabile Kosten sorgen und unabhängiger von internationalen Krisen machen. „Erneuerbare Wärme heißt: weniger Abhängigkeit vom Weltmarkt und mehr Kontrolle über die eigenen Energiekosten“ betont Lettenbauer.