83.993 Menschen sind in Bayern aktuell langzeitarbeitslos – so viele wie seit 18 Jahren nicht mehr. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Anstieg um 13 Prozent. Besonders betroffen sind Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Personen über 55 Jahren. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass wir berufliche Bildung und lebenslanges Lernen endlich stärker in den Fokus rücken müssen.
Lebenslanges Lernen und eine starke Berufsbildung sind entscheidend, um Menschen langfristig gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Gerade in Zeiten des wirtschaftlichen und technologischen Wandels müssen Aus- und Weiterbildungsangebote Schritt halten. Deshalb müssen Berufsschulen genauso gut ausgestattet sein wie Ausbildungsbetriebe. Lehrkräfte brauchen passende Fortbildungen, damit ihr Wissen aktuell bleibt und junge Menschen bestmöglich auf die Arbeitswelt vorbereitet werden. Außerdem sollten Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse mehr verpflichtende Praktika in Ausbildungsberufen machen können.
Auch bei Fort- und Weiterbildung besteht großer Handlungsbedarf. Weiterbildung schützt Menschen insbesondere im höheren Alter vor Arbeitslosigkeit. Während Arbeitnehmer*innen in allen anderen Bundesländern Bildungsurlaub beantragen können, fehlt ein Bildungszeitgesetz in Bayern weiterhin. Zudem sind viele Weiterbildungsangebote noch immer zu unflexibel. Wir brauchen mehr modulare Baukasten-Angebote, die einzeln buchbar sind und berufsbegleitend funktionieren. Wer Langzeitarbeitslosigkeit wirksam bekämpfen will, muss Menschen ermöglichen, sich während ihres gesamten Berufslebens weiterzuentwickeln.