Was hat der Spritpreis mit Arbeitsplätzen zu tun?
Weniger Abhängigkeit von teurem Sprit bedeutet mehr Sicherheit für Wirtschaft und Arbeitsplätze. Denn Energiepreise haben direkte Auswirkungen auf Unternehmen – und damit auch auf Beschäftigung. Die hohen Energiepreise sind auch Ergebnis politischer Entscheidungen der vergangenen Jahre. Der Ausbau erneuerbarer Energien und der Elektromobilität wurde gebremst, während die Abhängigkeit von Öl, Gas, Benzin und Diesel bestehen blieb. Wir Grüne haben wiederholt darauf hingewiesen, wie riskant dieser Kurs ist. Heute zeigen sich die Folgen: Steigende Energiekosten setzen Unternehmen unter Druck. Wenn Energie teurer wird, fehlt vielen Betrieben am Ende das Geld, um Personal zu halten oder neue Stellen zu schaffen. Auch darum ist die Zahl der Arbeitslosen in Bayern heute so hoch wie in einem März zuletzt 2010. Für viele Betriebe bleibt die Lage angespannt. Und wer Arbeit sucht, hat es oft schwerer als noch vor wenigen Jahren. Aber die Bundesregierung und die bayerische Staatsregierung halten weiterhin an einem Modell fest, das wesentlich zu den heutigen Problemen beigetragen hat. Aus einer Öl- und Gaskrise droht so eine umfassendere Preis-, Wirtschafts-, Versorgungs- und Arbeitsmarktkrise zu werden.
Es ist deshalb Zeit, umzusteuern: Der Ausbau von Wind- und Solarenergie muss deutlich beschleunigt werden, um dauerhaft günstigeren Strom zu ermöglichen und die Grundlage für Elektromobilität zu stärken. Gleichzeitig braucht es einen flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur in Bayern, insbesondere auch an Mietshäusern. Private Wallboxen sollten schneller genehmigt werden, und an öffentlichen Ladesäulen müssen bezahlbare Tarife gesichert sein. Darüber hinaus braucht es eine stärkere industriepolitische Ausrichtung, um die Produktion von E-Autos und Batterien in Bayern auszubauen und den Umstieg auf Elektromobilität durch Leasing-, Sharing- und Fördermodelle für mehr Menschen erschwinglich zu machen.